Familien sind das Rückgrat einer funktionierenden Gesellschaft, die auf die Leistungen ihrer Söhne und Töchter gleichermaßen stolz ist. Für uns ist es nicht notwendig, dafür eine über Jahrzehnte bestehende Bundeshymne abzuändern. Wir pochen vielmehr auf eine echte Gleichbehandlung von Mann und Frau, wobei hier noch die biologischen Gegebenheiten miteinzubeziehen sind.

So können nun einmal nur Frauen dank des Vorhandenseins von Eierstöcken und Gebärmutter Kinder gebären und somit den Fortbestand unserer Kultur und unserer patriotischen Gesellschaft garantieren, auf die wir zurecht stolz sein dürfen.

So neutral und tolerant wir der LGBTQ-Bewegung gegenüberstehen, so wichtig erscheint es uns dennoch, auf die von Natur aus gegebenen biologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau hinzuweisen und die Ehe, aus der einzig Kinder und der Erhalt unserer Gesellschaft hervorgehen können, klar über die eingetragene Partnerschaft zu stellen, welche den wie auch immer gearteten Partnerschaften zumindest rechtlich Gleichstellung verschafft. Uns ist dabei jedes homosexuelle Paar lieber, welches liebevoll mit seinen adoptierten Kindern umgeht und für sie sorgt, als ein heterosexueller engstirniger Patriarch, der nach der Arbeit das Familieneigentum in einem Pub im Alkohol ertränkt und dann zu Hause seine Frau und deren Kinder schlägt, weil sie ihm lästig und überdrüssig sind.

Funktionierende Partnerschaften scheitern aber allzu oft an den wirtschaftlichen Gegebenheiten. Hier stimmt der Kurs der Wirtschaft, der auf Gewinnmaximierung orientiert ist nicht mit unserer humanistischen Gesellschaftshaltung überein. Wenn Familien von den Löhnen ihrer Arbeit kein vernünftiges Auslangen mehr finden, auf günstigen Wohnraum angewiesen sind, der sie wie Ölsardinen in Wohnblöcke einpfercht, gleichsam Nutzvieh in den heute üblich gewordenen Fleischfabriken, dann hat unsere Gesellschaft, vor allem aber unser Sozialstaat klar versagt.

Faire Arbeitsbedingungen und ein respektvoller Umgang mit Arbeitern und Angestellten, die wesentlich zum Erfolg (bei Unzufriedenheit allzu oft auch zum Misserfolg) der Unternehmen beitragen, sind heute zur Seltenheit geworden, was vielen Familien nicht nur das Leben, sondern zumeist auch das Überleben zur Hölle macht.

Die teilweise wirklich miserablen Arbeitsverhältnisse verursacht und begünstigt eine Europäische Union, die primär aus einer Wirtschaftsgemeinschaft hervorgeht, deren Ziele der Gewinnmaximierung dazu geführt haben, dass wir uns heute in einem weltweiten Konkurrenzkampf mit Staaten befinden, die auf faire, soziale und/oder umweltgerechte Arbeitsbedingungen schlichtweg keinen Pfifferling geben. Daraus resultiert ein Lohndumping, das von fairen Arbeitsbedingungen weiter entfernt ist, als die EU von einem gemeinsamen Europa.

Dieses gemeinsame Europa – wenn wir überhaupt noch einen Sinn in dieser EU sehen wollen – muss seine hohen wirtschaftlichen und gesellschaftlich sozialen Standards gegenüber ausländischer Konkurrenz nach außen hin absichern, indem auch für importierte Waren die hohen europäischen Produktionsstandards als Maß der Dinge angesehen werden. Somit sind die europäischen Grenzen nicht nur vor Zuwanderung durch kulturfremde Patriarchen zu schützen, sondern auch vor Billigprodukten, die den heimischen Firmen eine lohnende Produktion ähnlicher Waren unmöglich machen.

Zu welcher Verknappung an Ver- und Gebrauchsgütern eine solche Abhängigkeit führen kann, wurde uns im Frühjahr 2020 schmerzhaft bewusst, als ein Lockdown unausweichlich war, weil nicht einmal für das medizinische Fachpersonal ausreichend Schutzmaterial und Schutzmasken zur Verfügung standen – wodurch unsere Regierung sich selbst mehr und mehr in Widersprüche verstrickte, aus denen sie heute nur noch schwer ausbrechen kann. Zuerst wurden Masken als unnütz und nicht notwendig erachtet, später kam die Maskenpflicht, die zuerst kategorisch ausgeschlossen werden musste. Bis zur inzwischen klar durch die Hintertür eingeführten Impfpflicht, die bisweilen immer noch kategorisch abgelehnt wird. Dabei können wir Ihnen versichern: je stärker die Ablehnung durch die Regierung, umso wahrscheinlicher ist deren rasche Umsetzung und Einführung!

Was wir also brauchen sind faire Löhne, die die Kaufkraft im Land halten können. Faire Mieten sind nur durch faire Löhne realisierbar, da wir nach marktwirtschaftlichen Prinzipien stets nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage kalkulieren.

Arbeit muss sich wieder lohnen und jeder, der vom österreichischen Staat eine Sozialleistung erhält, sollte danach trachten, der Gesellschaft für dieses Entgegenkommen nicht nur Dankbarkeit, sondern auch eine Gegenleistung zurückzugeben. Gerade in der Pflege bzw. generell im sozialen Bereich, vielleicht auch in der Denkmalpflege gibt es mehr als genug gemeinnützige Arbeit, die immer schwerer zu erbringen ist, je weniger diese Arbeit auch mit finanziellen Anreizen entsprechend honoriert wird. Für ein neues WIR-Gefühl in unserer Gesellschaft und auch für eine bessere Integration und Vermeidung von Parallelgesellschaften sollten wir unserem Wahlspurch „GEMEINSAM BEWEGEN“ folgen, anstatt die Bevökerung gegeneinander aufzuhetzen und auszuspielen.

Das ist aber nur realisierbar, wenn die Wertschöpfung wieder vermehrt in Europa erfolgt, statt in zumeist asiatischen, aber auch südamerikanischen oder afrikanischen Billiglohnländern. Wir können nur eine Modellregion Europa erschaffen, an deren Prosperität und Wohlergehen auch die übrige Welt Anteil haben möchte – und zwar nicht durch Unterwanderung und Ausnützen der hier gegebenen sozialen Leistungen, sondern durch Erkennen der Vorteile eines respektvollen und fairen Umgangs miteinander, statt Ausbeutung und Ausnutzung der Ärmsten und Schwächsten, die sich natürlich dafür auch entsprechend engagieren und einbringen müssen.

Auch in Europa ist der Übergang von der Aristokratie in die Demokratie nicht von selbst passiert. Unsere Vorfahren haben sich diese Privilegien über 200 Jahre lang mühsam erkämpfen müssen und wir als deren Nachkommen dürfen sie nun nicht leichtfertig auf dem Altar der Neuen Weltordnung opfern!

Matthias Lexer, Familiensprecher der FBP